Hilfe annehmen - heißt sich selbst helfen
Man kann nicht immer alles allein schaffen!

 
Da ist etwas, in unserem Leben, was uns nicht mehr schlafen-, nicht mehr zur Ruhe kommen lässt. Das unsere Beziehungen stört (oder zerstört).
Was uns jede Zufriedenheit nimmt und in Angst und Traurigkeit zieht.
Wenn wir andere um Rat fragen, werden wir oft nur in dem Gefühl des Versagens bestärkt und bekommen die Antwort:
"Stell dich doch nicht so an, du musst ganz einfach nur ..."


Ja, wenn es so einfach wäre, könnten wir uns gut selbst helfen!

Mit "einfach nur ..." ist uns aber nicht gedient. Warum gehen dann aber so viele Menschen mit Problemen, die ihr Lebensgefühl stark beeinträchtigen, nicht zu einer psychologischen Beratung?
Bei viel kleineren Problemen ist es ganz selbstverständlich sich Hilfe zu suchen. Das Auto macht ein merkwürdiges Geräusch? Ab in die Werkstatt. Der Wasserhahn tropft? Schnell den Installateur rufen. Wir sehen nicht mehr scharf? Auf zum Optiker. Und so weiter.
Niemand kann durch das Leben gehen ohne auch mal mit Problemen konfrontiert zu werden, mit denen er nicht allein fertig wird. Manche können das nur besser verstecken.

Es ist der Anspruch an uns selbst (an unsere Perfektion), der uns auf Hilfe verzichten lässt. Wir wollen uns nicht zugestehen, dass es Situationen gibt, mit denen wir nicht selbst fertig werden. Wir empfinden es als eigenes Versagen, wenn wir Probleme haben. Tausend so genannte "Ratgeber" sagen uns doch täglich, wie man es machen muss, um erfolgreich, glücklich und zufrieden zu sein.


Warum helfen uns diese Anleitungen zum Glücklichsein so wenig?

Mit all diesen Büchern und Artikeln in den Illustrierten ist es wie mit einer automatischen Haarschneidemaschine. Sie würde funktionieren - wenn wir alle genau den gleichen Kopf hätten.
Dabei sind wir Menschen aber alle ganz individuell. Und wenn die Probleme sich auch in gewissen Schubladen einordnen lassen, so ist der Weg zu ihrer Lösung eben auch ein ganz persönlicher, individueller.


Professionelle Hilfe?

Natürlich wissen wir, dass es Menschen gibt, die sich mit dieser individuellen Hilfe für die Seele beschäftigen. Aber sind die denn nicht nur für die "Verrückten" da? Und verrückt ist man doch nicht, nur weil man ein paar Probleme hat.
Dabei ist die Spannbreite groß, vom der lästigen Angewohnheit, die uns gelegentlich stört, über Ängste, die uns verunsichern, und Erfahrungen, mit denen wir nicht fertig werden, bis hin zu Problemen, die uns die Bewältigung des Alltags unmöglich machen. Für diese ganze Spannbreite ist psychologische Hilfe da, und dort wird man uns nicht fortschicken (oder auslachen), weil man mit so einem "Problemchen" doch schließlich selbst fertig werden sollte.

Man kann natürlich auch leiden ohne etwas zu ändern. Unendlich viele Menschen machen das.
Aber wenn Sie mal jemanden fragen, der eine erfolgreiche Psychotherapie hinter sich hat, wird er Ihnen wahrscheinlich sagen, dass er diese Erfahrung niemals missen möchte. Dass sich ihm Türen geöffnet haben, die er sich vorher gar nicht vorstellen konnte. Klar, es war Arbeit, aber es hat sich gelohnt und lohnt sich immer noch. Manchmal kommt dann auch ein melancholisches Gefühl dazu: "Warum habe ich das nicht schon vor vielen Jahren gemacht?"

Vielleicht werden Sie auch negative Stimmen hören, von Menschen die schlechte Erfahrungen mit einer Therapie gemacht haben. Dazu gibt es das nächste Kapitel: "Wie funktioniert Psychotherapie?". Das ist eine kleine "Anleitung" zur Psychotherapie.


Angst vor Manipulation?

Oft schrecken wir vor einer Psychotherapie zurück, weil wir damit das Gefühl von Selbstaufgabe verbinden. Das Gefühl, unser Leben aus der Hand zu geben und ein anderer (der Therapeut) beeinflusst uns in eine Richtung, in die wir vielleicht gar nicht wollen.
Aber das kann Psychotherapie überhaupt nicht. Wir entwickeln uns nur in Richtungen, die uns entsprechen, deren Anlagen bereits in uns vorhanden sind.

So macht Psychotherapie aus uns auch keine Übermenschen. Aber das brauchen wir ja auch gar nicht sein. Wir wollen wieder Perspektiven für unser Leben fühlen und das ist ihr Ziel.

 
 


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